Krisensitzungen in den Verbandszentralen, große Unruhe bei den Mitgliedsunternehmen: Die Berliner Koalition hat Versicherer, Fondsanbieter und Vermittler mit ihrer neuesten Volte zur privaten Altersvorsorge kalt erwischt.

Die in letzter Minute von der SPD durchgesetzte Einführung eines staatlich organisierten Standardfonds für die private Altersvorsorge hatte keiner der Lobbyisten auf dem Zettel. Am Freitag wird der Bundestag in zweiter und dritter Lesung über den Gesetzentwurf beschließen. „Die Sache ist durch, da ändert sich nichts mehr“, sagte resigniert ein Manager aus der Fondsbranche.

Sozialdemokraten, Grüne und Linke weisen seit Jahren auf Schweden als positives Beispiel hin, wo ein staatlich organisierter, preisgünstiger Fonds Gelder der Rentenversicherten anlegt. Doch bislang hatten Union und FDP in den Bundesregierungen solche Pläne immer stoppen können. Das ist plötzlich anders.