Er versuchte, deutscher als die gebürtigen Deutschen zu sein. Unser Autor kennt die Phasen der Integration genau. Jetzt ist er in Phase vier angekommen: Desintegration.

Es gibt eine schleichende, fast unheimliche Form der Entfremdung, die sich nicht mit dem Lärm der Veränderung ankündigt, nicht mit Pauken und Trompeten, sondern in der beunruhigenden Stille des Vertrauten. Es ist kein abrupter Bruch, kein klar definierter Schnitt, sondern eine langsame, kaum merkliche Erosion des Fundaments, auf dem man sein Leben, seine Identität, seine Überzeugungen aufgebaut zu haben glaubte. Einst kannte man die Melodie des Ortes auswendig als langjähriger Bewohner, und nun stellt man fest, dass dieser Ort den Takt verloren hat, dass die Harmonie, die einst so vertraut war, plötzlich schief klingt.

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  • quatschkopf43@feddit.org
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    vor 3 Monaten

    Ein sehr guter Artikel, auch wenn ich den Begriff ‘Desintegration’ nicht so passend finde. Vielmehr ist es doch die Endstufe der Integration, dass man nicht nur dazugehören und akzeptiert werden will, sondern das eigene Land und die Werte, die es eigentlich vertritt, verteidigen und weiterentwickeln möchte.