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Wie kann dieser Wicht es wagen, die heiligen Parkplätze zu hinterfragen? Auf den Scheiterhaufen mit dem elenden Ketzer!
Einerseits: ja
Anderseits ist das ja ein klassisches Beispiel vom Innenstadt “Nachverdichten”, was immer gefordert wird.
Für den Eigentümer heißt das “mehr Miete je Grundstück”, für die Gemeinschaft “mehr Wohnungen je Grundstück”, aber leider auch “deutlich mehr Autos je Grundstück” (bzw vor den Grundstücken).
Solange der letzte Punkt zutrifft, ist es mMn wichtig, dass die Baugenehmigungsbehörden sicherstellen, dass zusammen mit dem Wohnraum auch privater Parkraum geschaffen wird. Dazu eine Lösung zu finden ist dann eben Aufgabe des Architekten.
Dieses “Freikaufen” von der Pflicht Parkplätze anzulegen hat vielleicht früher mal funktioniert als es weniger PKW je Einwohner und (damit zusammenhängend) gleichzeitig auch weniger Singlehaushalte gab.
Von dem Erlös des Freikaufens wurden dann öffentliche Kapazitäten geschaffen (auch wenn der Architekt sich hier dumm stellt und infragestellt, inwiefern Anwohnerparkplätze öffentlich seien), die bei dem heutigen Autoaufkommen eben zu gering sind. Das dann immer weiter zu betreiben wäre ein Irrweg, denn der öffentliche Raum ist begrenzt…
Die Leute, die unsere Städte mit Autos zustellen wollen, sollen schön selbst dafür zahlen.
Ich fänds auch schöner, wenn es weniger Autos gäbe, aber das ist ja offenbar nicht der Weg, den unsere Gesellschaft gehen will.Bebauungsplan ergänzen und Leute rechtlich bindend an der Anmeldung und Nutzung eines PKw in dem Bereich hindern.
Habe bei einem Mietshaus Syndikat Projekt genau so eine Bewerbung argumentiert beim Bauamt. Funktioniert. Zumindest der Teil das auf die Parkplätze verzichtet werden konnte und es vermehrt Fahrrad und E-Bike und Lastenräder Plätze gab. Der rechtliche Teil stand noch so im Raum.
Wenn Sie den Weg der Verdichtung einschlagen, sollte Ihre Priorität als Stadt auf dem öffentlichen Nahverkehr liegen, anstatt erneut der Autoinfrastruktur Vorrang einzuräumen
Also, wir können nichts ändern, weil die Autohirne halt Autohirne sind? Na gut, dann legen wir uns halt wieder hin. Nur weil das überall sonst funktioniert, z.B. in London oder Paris, heißt ja nicht, dass es hier auch geht. Schließlich sind wir was besonderes!
Es muss doch irgendwie normalisiert werden, dass individuelles Parken nicht kostenlos bzw auf Kosten der Allgemeinheit zu haben ist. Was ist daran “wir können nichts ändern”?
“Die Verhältnisse sind halt so.”
“Das haben wir doch schon immer so gemacht.”
“Das haben wir doch noch nie so gemacht.”
“Immer diese linksgrünen Weltverbesserer.”
usw., usf.
Autos gehören halt nicht in Stadt.



