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Cake day: June 22nd, 2023

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  • Tja, wie könnte es nur kommen, dass eine progressive Bewegung, die den Abbau von schädlichen gesellschaftlichen Normen, insbesondere aber der Geschlechterrollen, zum Ziel hat, einer widerspricht, der junge Menschen egal welchen Geschlechts dazu zwingt, sich an der Waffe ausbilden zu lassen?
    Und ja, das ist komplett feministisch.

    Übrigens, bevor das wieder untergeht: es waren Feminist*innen, die sich dafür eingesetzt haben, dass Frauen sich zum Kriegsdienst melden dürfen (auf freiwilliger Basis, selbstverständlich).


  • Meine Quelle ist, dass ich sowas von den feministischen Stimmen, die ich so aufschnappe, nie ernsthaft gehört habe.

    Ich habe übrigens nicht gesagt, dass dieses Argument weit verbreitet ist. Du sagtest ursprünglich “in aller Regel”.

    Ja, das ist mein Wortlaut. “In aller Regel” bedeutet ungefähr “in den allermeisten Fällen, ohne Ausnahmen auszuschließen.”

    Du dagegen sagst, “Sprich nur für dich selbst,” und implizierst durch die Einschränkung meiner Behauptung auf mich als Einzelperson, dass deine ursprüngliche Aussage Mehrheitsmeinung wäre oder zumindest signifikante Unterstützung fände.







    • aber im Allgemeinen lässt sich zusammenfassen, dass die Reallöhne umso höher sind, je kleiner die Bevölkerung ist; Und umgekehrt führt eine größere Bevölkerung zu kleineren Reallöhnen. Das folgt einfach aus dem Prinzip von Angebot und Nachfrage und der Annahme, dass die Nachfrage nach menschlicher Arbeitskraft eben nur zum Teil aus dem Konsumverhalten folgt, und zum Teil eben auch aus notwendigen Infrastrukturprojekten, Rüstungsausgaben und Fortschrittsbestrebungen, die annähernd konstant sind und nicht von der Größe der Bevölkerung abhängen. Daher sehe ich es so, dass eine 3% größere Bevölkerung wahrscheinlich zwischen 0% und 3% kleineren Reallöhnen führen wird, im Mittel pro Person.

    Das ist eine unvollständige Betrachtungsweise und daher ist die Schlussfolgerung mMn zu kurz gedacht.
    Das Argument geht davon aus, dass Angebote in ihrem Umfang annähernd fest sind, die Schwankungen in der Nachfrage aber hauptsächlich aus der Bevölkerung kommt. Das lässt sich anhand zweier Beispiele recht leicht widerlegen: die RAM-Preise und die Treibstoffpreise.
    Beide Produkte sind derzeit im Vergleich zu früheren Preisen signifikant teurer geworden, ohne dass sich die Nachfrage in der Bevölkerung geändert hätte. Die RAM-Preise dadurch, dass große Firmen und Konzerne den Markt leerkaufen, bevor irgendetwas bei den Konsumenten in der Bevölkerung ankommen könnte, die Treibstoffpreise sind aufgrund von Hindernissen in der Lieferkette aufgrund des Überfalls Israels und der USA auf den Iran gestiegen, ähnlich wie vor ein paar Jahren im Zusammenhang mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine.
    Wir haben es hier also statt mit erhöhter Nachfrage mit einem drastisch verringertem Angebot zu tun, aus Gründen auf die die Bevölkerung wenig bis gar keinen Einfluss hat und die nicht von der Größe der Bevölkerung abhängig sind.

    Das Argument, die Preise würden bei einer größeren Bevölkerung steigen (und damit die Reallöhne sinken), wird im Zusammenhang mit der Migrationsdebatte in anderer Form ja auch regelmäßig gemacht, nämlich in Form der Behauptung, die Preise für Wohnraum würden steigen, weil dieser aufgrund von Zuwanderung knapper würde. Auch das ist allerdings nachweislich falsch, stattdessen liegen die Gründe in Wohnraumspekulation durch Investoren, einem Mangel an Arbeitskräften sowie gestiegenen Baukosten, die zum Teil auch wieder auf verringerte Angebote (an Arbeitskräften und Rohstoffen/Baumaterialien), zum Teil aber auch an der größeren Zahl regulatorischer Vorschriften. Also auch wieder etwas, auf das die Bevölkerung höchstens mittelbar Einfluss hat, und nicht von der Größe der Bevölkerung abhängig ist.

    Die Charakterisierung und Pauschaliesierung des Mittelalters sowie des Islams finde ich auch mehr als schräg. Das Mittelalter war eine ungefähr 1000 Jahre dauernde Zeitperiode mit höchst unterschiedlichen und über die Zeit gesehen abwechslungsreichen Abschnitten, und der Islam heute ist ein anderer als zu seiner “goldenen Zeit”. Kann man nicht gleichsetzen, nichts davon. Alles an diesen Vergleichen hinkt.