• CyberEgg
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        7 months ago

        Naja, einmal im Monat zum Arzt um die Krankschreibung zu verlängern ist schon angenehmer als irgendwie Sanktionen auszuweichen.

        • sexy_peach@feddit.org
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          7 months ago

          Und wie lange geht das? Ein Jahr und danach haste weder Tagesrhythmus noch irgendwie einen Plan wie das Mal funktioniert hat mit der Arbeit und den Mitmenschen?

          Kp ich gönne es jede_m, aber hoffe, dass die Leute ihre Zeit dann nicht depressiv rumliegen. Dann lieber die richtigen Tabletten dazu und eine Psychotherapie. Dann macht die Freizeit auch wieder Spaß

          • CyberEgg
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            7 months ago

            Naja, das Ding bei mir ist halt, ich bin nicht grundlos krankgeschrieben. Bei mir hat das mit dem Arbeiten noch nie funktioniert. Ich bin inzwischen seit 2019 krankheitsbedingt arbeitslos mit einer Unterbrechung durch eine bom Jobcenter finanzierte Umschulung (abgebrochen, weil wie gesagt, das mit mir und Arbeit funktioniert nicht wie bei anderen). Jetzt aktuell bin ich seit fast zwei Jahren durchgehend krankgeschrieben.

            Es kommt sehr auf die Umstände an, in denen man lebt. Vor der Umschulung war bei mir auch hauptsächlich gammeln, kiffen und YT/Fernseher gucken angesagt. War eine schlimme Zeit.
            In der Umschulung hab ich etwas Bonusgeld vom Amt und nebenbei vom Chef was am Amt vorbei. Das Bonusgeld vom Amt konnte ich beiseite legen und mir einen Gaming-PC gönnen, von dem anderen meine Bafög-Schulden samt Zinsen abbezahlen und ein paar Kleinigkeiten abhaken, die bei jahrelanger Jobcenter-Abhängigkeit und vorheriger Mindestlohnbeschäftigung einfach hinten runter fallen (neue Kleidung und Schuhe, die mal etwas länger halten, einen neuen Fernseher, der um Größenordnungen weniger Strom zieht als mein alter Plasma-TV von ~'04, etwas Wandfarbe um die nikotingetünchten Wände zu streichen (hab aufgehört zu rauchen, da lohnt sich das), sowas halt. Ein winziges bisschen Luxus).

            Tatsächlich habe ich in Arbeitslosigkeit immer einen besseren Schlafrhythmus als wenn ich arbeite. Jetzt seit einem Jahr weiß ich auch, was meine Probleme sind, kann daran arbeiten und es geht mir wesentlich besser. Das könnte ich aber nicht, wenn ich nebenbei arbeiten müsste. Hobbys nachzugehen, Menschen treffen, ein Sozialleben war für mich in Vollzeitbeschäftigung auch komplett unmöglich.

            Es geht darum, sich beschäftigen zu können, ein kleines bisschen “Luxus” schadet auch nicht (wobei Luxus auch eine Frage der Perspektive ist, ein günstiger Fernseher ist in Deutschland nicht unbedingt Luxus, auch wenn man auch ohne leben kann) und um soziale Kontakte. Wenn das gegeben ist (und ja, es ist definitiv nicht allen gegeben, aber ich erkläre, warum arbeitslos weil krank aus meiner persönlichen Perspektive nicht so anstrengend ist wie Erwerbsarbeit), ist es erträglich. Vor allem erträglicher als anderthalb Jobs zu Mindestlohn. Das endet nämlich in arbeitslos weil krank.