Und gleichzeitig den Job von 2 Leuten machen, einen dritten muss ich gefühlt Intensiv-Pflegen, aber eigentlich mach ich das garnicht, auch wenn ich die Aufgaben trotzdem bekomme. Hauptsache man kann mein Gehalt klein halten…

  • lichtmetzger
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    7
    ·
    13 days ago

    Dieses Bild beschreibt fast exakt meinen letzten Job. Ich habe zwar Ahnung von Linux-Servierern, aber die Infrastruktur war heftige Scheiße und auch für mich alleine nicht zu bewältigen.

    Es standen mehrere Linux-Maschinen im Office und in diversen Rechenzentren, auf denen über mindestens 10 Jahre verschiedenste Software installiert wurde. Manche direkt aus dem Quellcode gebaut, manche aus Fremdpaketen, dann noch ein paar Docker-Container, virtuelle Maschinen für ranzige Windows-Software…das Betriebssystem auf allen Maschinen war Debian, von Version 8 bis 11 war dort alles vertreten - es gab also teilweise sogar schon seit Jahren gar keine Sicherheitsupdates mehr.

    Das schlimmste war, dass nichts davon dokumentiert wurde und es auch keine Pläne gab, das jemals zu tun. Ich hatte diesen einen Kollegen, der das alles aufgesetzt hatte und immer wusste, wie das mal zusammengefummelt wurde, aber der wurde mies bezahlt und überarbeitet, sodass er dann gekündigt hat. Bis zu seinem letzten Tag musste er irgendwelche anderen (vergleichsweise unwichtigen) Tasks für Kunden machen und kam daher auch nie dazu, etwas bzgl. der Server zu dokumentieren. Das Management hat komplett versagt, mir die Wartung zugewiesen und zu meiner “Entlastung” ein paar Leute direkt von der Uni eingestellt, die von Linux noch nie etwas gehört haben.

    Ich bin hauptberuflich Webentwickler und mache diese Linux-Admintasks eigentlich nur so nebenbei. Ich kann das gut, aber es ist trotzdem mehr ein Hobby, weil ich Spaß daran habe. So eine Infrastruktur ist absoluter Dreck, demotiviert komplett und treibt einen in den Wahnsinn, besonders wenn man eigentlich andere Arbeit hat und noch unerfahrene Junior-Kollegen betreuen muss.

    Ich habe Mitte dieses Jahres auch gekündigt. Das gammelt nun alles weiter vor sich hin. In der neuen Firma betreue ich zwar auch ein paar Server, dokumentiere jedoch alles und halte immer alles auf dem aktuellen Stand. Wenn man da immer hinterher ist, ist der Aufwand gering und die Arbeit ist super entspannt.

    Meiner Erfahrung nach wirst du in so einem Job niemals glücklich, wenn du das ein Jahr durchhältst, dann vollen Respekt. Ich würde auf jeden Fall ggü. dem Management erwähnen, dass du dringend Unterstützung brauchst. Für Serveradministration braucht man Erfahrung, das Zeug hängt am Netz und da bedienen sich auch gern mal ein paar andere Leute an der schönen Hardware, wenn ein Türchen offen steht.

    P.S.: Ich weise die Schuld übrigens nicht meinem Kollegen zu. Der war eigentlich sehr kompetent - entstanden ist das Konstrukt jedoch, da die Chefetage immer wieder neue Schnapsideen hatte. Hier mal eine neue Videokonferenzsoftware, dort noch ein Rechnungstool, wir brauchen unbedingt noch eine Netzwerkfestplatte, ach nein lasst uns doch lieber Nextcloud nehmen…es wurde im Schnellverfahren immer wieder neue Scheiße installiert und nie aufgeräumt, weil keine Zeit dafür war. Mein Kollege hat das 10 Jahre durchgehalten und hatte eine Engelsgeduld. Keine Ahnung wie der Mann das so lange durchgehalten hat.

    • Foexle@feddit.orgOP
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      2
      ·
      13 days ago

      Hilft zumindest, zu wissen, dass ich mit der Situation nicht allein bin, danke fürs mitteilen deiner Erfahrungen.