Wie viele Vergewaltigungs-Chatgruppen es im deutschsprachigen Raum gibt, kann das BKA nicht sagen. Auch zu der Frage, wie viele Frauen bereits Opfer solcher Taten wurden, gibt es keine verlässlichen Zahlen. Die niedersächsische Justizministerin sprach im Herbst davon, dass „Hunderte“ von Männern ihre Partnerinnen betäubten, vergewaltigten und die Videos in Chatgruppen teilten.
Auf seiner Website klärt das BKA über diese Sexualstraftaten auf und versucht, Frauen für Anzeichen von Betäubungen zu sensibilisieren. Verhaltensänderungen sollten ernst genommen werden, schreibt das BKA, etwa ungewöhnlich langer Schlaf, unerklärliche Abgeschlagenheit am Morgen, blaue Flecken, aufwachen an Orten, an denen man nicht eingeschlafen ist.



Ich hab meinen Schwerpunkt im Studium im Bereich der Kriminologie gemacht und kann @Obin@feddit.org nur zustimmen. Statistisch gesehen bringt das nicht wirklich was. Abschreckung durch höhere Haftstrafen hat kaum bis gar keinen Effekt. Insbesondere wenn hier ohnehin schon eine vergleichsweise hohe Strafe möglich ist. Abhilfe könnte evtl. eine höhere Regelbestrafung bieten. Eine Erhöhung der Mindeststrafe ist zwar auch möglich halte ich aber für generell schwierig, da dies das Mittel ist, dass dem Gericht ermöglichen soll auf besondere Umstände zu reagieren (wenngleich mir ein solcher hier auch nicht spontan einfällt).
Einen viel größeren Effekt hat soziale Ächtung. Wenngleich der größte Teil der Bevölkerung mit Empörung reagiert wenn ein Migrant Sexualstraftäter wird (ich vermute dahinter unausgesprochene “Rassenvermischungsängste”), gilt das längst nicht auch für weiße Täter, besonders nicht für Prominente. Politiker, die mit entsprechenden Aussagen das Overton-Fenster auch in Richtung vermeintlich legitimer Sexualisierung verschieben, richten deutlich größeren Schaden an, als eine vermeintlich niedrige Strafe.
Und ein riesieges Problem haben wir auch noch, eines weswegen wohl kaum ein Richter oder Staatsanwalt für lebenslange Haft plädiert. Wenn Vergewaltigung im Zweifelsfall auch mit lebenslanger Haft bestraft werden kann, was hält den Täter davon ab sich der Zeugin durch Tötung zu entledigen - die Strafe ist in beiden Fällen danm gleich. Damit hätten wir also nur noch mehr Femizide.
Und wie du es schon ansprichst, wichtig wäre die richtige Ächung.
Das sieht man z.B. bei Kindesmissbrauch vs. Pedophilie sehr gut. Die Leute haben weniger Hass auf Menschen die Kinder missbrauchen, als auf Menschen mit diesen Neigungen, ob und wie sie sich jetzt strafbar machen oder nicht. Das führt dann dazu, dass Täter denen Kinder nur aufgrund ihrer Schwäche und der Gelegenheit zum Opfer fallen, wie katholische Priester, Fußballtrainern usw. durchs (öffentliche) Raster fallen, bzw. da der Lynchmob ausbleibt, während jemand mit der Anschuldigung auf Besitz von Kinderpornographie (was natürlich auch geahndet gehört, wenn es bewiesen werden kann) direkt umziehen oder gar das Land verlassen kann, weil er sonst kein Leben mehr führen kann.
Wieder auf die USA und deren öffentliche Sexualstraftäterdatenbank geschaut, werden da auch Menschen gleichwertig geächtet und gedemütigt, die sich sehr kleine Vergehen (wie Urinieren in der Öffentlichkeit) zu schulde kommen haben lassen, während Menschen wie Trump (trotz verlorenem Prozess wegen Vergewaltigung) das Land führen.