Wird schon quappen!

DE-based, im Südwesten

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  • Die betreffende Unterart Podarcis muralis nigriventis (Podarcis muralis ist die Mauereidechse im Allgemeinen) ist eine von gleich mehreren Unterarten, die sich auch in Deutschland invasiv ausbreiten. In manchen Ecken stellen diese Unterarten fast den ganzen Bestand dar.

    Das ist im Naturschutz und in Planungsverfahren relevant, weil einerseits die Mauereidechse eine europäisch geschützte (FFH-Art) und auch nach Bundesartenschutzgesetz streng geschützte Art ist, die Populationen andererseits mancherorts (inzwischen) großteils aus den südeuropäischen Unterarten bestehen. Der Buchstabe des Gesetzes bezieht sich aber auf die Art, nicht auf Unterarten (das hat man damals wahrscheinlich nicht so kommen sehen…). Das führt dazu, dass man zum Beispiel bei Projekten an Bahntrassen im Südwesten, die bei den Tierchen äußerst beliebt sind, viele hundert Individuen umsiedeln muss, die einer nicht-heimischen, invasiven Unterart angehören - und zwar idealerweise irgendwohin, wo sie nicht mit heimischen Populationen in Konkurrenz (oder sogar nichtmal in den Austausch) treten können. Das ist natürlich schwer hinzukriegen. Spannende Sache!

    Das Pfälzer Landesamt für Umwelt hat da extra eine Broschüre zu rausgegeben: https://lfu.rlp.de/fileadmin/lfu/Naturschutz/01_Artenschutz/04_Artenschutzprojekte/01_Artenschutzprojekte/04_Kriechtiere/03_Mauereidechse/Mauereidechse_Bestimmungsschluessel_2._Aufl.pdf

    Darin ist die P. m. nigriventis als “Toskana-Linie” beschrieben und noch bei 3,6 % der Individuen (heimische Unterart: 31,5 %), allerdings sind die Zahlen von 2012.

    Edit: Da die Links auf PDFs bei den Landesbehörden meist eine erstaunlich kurze Halbwertszeit haben, hier sicherheitshalber der Titel: “Mauereidechsen: Heimisch oder gebiestfremd? Anleitung zur Bestimmung und zum Umgang mit allochthonen Mauereidechsen in Rheinland-Pfalz”





  • Du machst da richtig interessante Sachen.

    1) Zur Balkengrafik: Ich frage mich, wieviel anders das bei einer der ernsthaften Communities aussähe. Ist sicher in erster Linie abhängig davon, wie sehr diese jeweils auf Politik spezialisiert ist…

    Interessant wäre bei den vorhandenen Daten vielleicht auch noch das Verhältnis aus Kommentaren, die netto positiv bevotet wurden zu denen, die netto negativ bevotet wurden - also nicht “Wie beliebt sind Kommentare von Mitgliedern dieser Instanz so im Durchschnitt?”, sondern “Wie oft gibt es einzelne Kommentare, die dem Denken auf unserer Instanz so zuwider sind, dass sie am Ende eine negative Bewertung haben?”. (Also Kommentare, die nicht bloß langweilig oder OT sind, sondern die richtig anecken.)

    Aber klar, es gibt immer NOCH MEHR, was man sich bei einem Datenbestand anschauen könnte^^

    2) Zur Repräsentativität von Daten aus ich_iel, im Bezug auf die Graphen mit den Kommentar-Post-Zeiten: Na ja, nicht repräsentativ für Communities mit tiefgehenden Diskussionsketten, aber ich_iel ist ja in den meisten Metrics in den Top 3 von feddit.org. Also halt repräsentativ für die weniger ernsthafte Seite der Plattform, und die ist gewaltig.

    Ist vielleicht nichts für DACH, wie du sagst, aber bestimmt was für https://feddit.org/c/fediverse oder https://lemmy.world/c/dataisbeautiful. Es ist ja nicht so, als würde [Edit:] zumindest erstere Community mit Content gerade überschwemmt. Na ja, musst du am Ende selber wissen, bin jetzt still ;)


  • Ja, und zum selben Punkt muss man bedenken: Wenn der Krokus am Ende des Winters blüht, spitzen seine Blätter zwar oft gerade erst so aus der Erde hervor; sie entfalten sich aber auch über die Blütezeit hinweg mehr und mehr, sodass man nach dem Verblühen noch recht lange einen im Vergleich zur einzelnen Blüte relativ starken Blattschopf stehen hat.

    In einem Steingarten stehen aber oft Sukkulenten, die nicht sonderlich groß oder hoch werden, und die eigentlichen Steine sollen wahrscheinlich auch noch zu sehen sein. Da ist es wahrscheinlich nicht gewollt, dass das ganze Frühjahr über dicke, grasartige Büschel Krokusblätter den Anblick dominieren. Vor allem wenn die Krokusblüte schon lange weggetrocknet ist.

    Steingärten imitieren halt eine erdbodenarme Situation der Felsabbrüche und Hochgebirge, natürlicherweise wird es dort weniger krautiges Grün geben, das die kleinen, angepassten Spezialisten überschattet und die Felsstrukturen versteckt.





  • Zu dem Punkt kann ich als Nach-Monaten-Beantworter was sagen:

    Ich habe auch schon auf monatealte Kommentare Antworten gekriegt. Keine Ahnung, wie die erneute Aufmerksamkeit erregt haben, aber irgendwas scheint gelegentlich dafür zu sorgen, dass sie aus den Tiefen von Lemmy hochblubbern.

    Insbesondere nach dem Umstieg auf Lemmy vor ein paar Tagen entdecke ich immer wieder neue Communities, und scrolle dann aus Interesse dort auch mal in die Posts runter. Und weil es ja in vielen Lemmy-Instanzen (noch) nicht soo viel Aktivität gibt, ist man schnell mal beim fünften Post schon ein halbes Jahr in der Vergangenheit.

    Das andere ist dann, wenn man über die Suche nach einem bestimmten (Nischen-)Thema auf einen Post stößt, der ist dann halt oft schonmal etwas älter. Und wenn man nicht nur auf Upvotes aus ist, antwortet man dem OP eben auch mal einfach nur 1:1, ohne auf mehr Leser zu hoffen, oder einfach für die Nachwelt, die später mal denselben Post findet ;)

    Klasse Auswertung btw, danke, gerne mehr von sowas - die gezeigten Graphen werden ganz bestimmt auch als eigene Posts gut aufgenommen.





  • Gestern hat @zitronenschnitte@feddit.org eine Leseprobe aus einem Buch über Parasiten (“Parasiten. Meister der Manipulation”, Hutter & Mazhar) geteilt: https://feddit.org/post/24090299/10866748 (habe auch dort schon geantwortet)

    In dem Kapitel geht es um unseren lieben Ötzi und was ihn alles plagte. Sachbücher, die unterhaltsam geschrieben sind, können mich meistens dennoch nicht packen, aber hier, fand ich, hat alles gestimmt. Es hat einfach Spaß gemacht, den mit augenzwinkernden Formulierungen gespickten Text zu lesen, der IMO deswegen trotzdem nicht “verdummt” wurde. (Daher erlaube ich mir auch, das hier beim “Kultursamstag” reinzustellen, hat wirklich mehr Unterhaltungscharakter ;) )

    Ich kopiere einfach mal rein, was ich drüben dazu schrieb, und empfehle bei Interesse am Thema, unbedingt mal reinzulesen :)

    Manchmal schlagen sie ein bisschen über die Stränge, aber die Autoren hatten definitiv Spaß beim Schreiben :D

    Man staunt, wie sich dieser Mann überhaupt auf den Beinen halten, geschweige denn klettern konnte. […]

    Stehen? Kaum möglich. Luft? Zum Schneiden. Lärm? Ohrenbetäubend. Kaffeepause? Aber sicher – nur ohne Kaffee oder Pause. […]

    Vor allem die Ascaris-Eier erwiesen sich als unverwüstlich, quasi der VW Käfer unter den Parasiteneiern. […]

    Doch im Gegensatz zum Katzenfell können die Würmer mit einer Drei-Punkte-Strategie kontern: Sie mischen Wasser in den Sprengstoff, indem sie dafür sorgen, dass die IgE-Antikörper verdünnt werden – weniger Histamin-Ausschüttung, weniger Wumms. […]

    Es lähmt die Würmer, als hätten sie Medusa in die Augen geblickt. […]






  • In addition to the translation you already got: It very likely was not written by a German.

    “Für” is missing the dots, and “ü” and “u” are not the same at all for us Germans - but you commonly see the replacement of u/ü by non-German speakers.

    Also, grammatically, it shouldn’t be “für unserem” (case Dativ), but “für unseren” (case Akkusativ).* While it is true that in dialects people might tend to use some cases more than others, “für unserem” seems unusual to me, I don’t think people would say that even in their dialects. (In “official” German and my home dialect it would be plain wrong, that’s for sure.)

    *the second “e” in “unserem”/“unseren”, however, can be dropped colloquially, as it was done in this case