Die schwarz-rote Koalition hat sich auf Eckpunkte für eine Reform des Heizungsgesetzes geeinigt. Öl- und Gasheizungen sollen weiter in Wohnhäusern eingebaut werden. Die Grünen sprechen von einem „Geschenk an die Gaslobby“.
Mein Chemieunterricht ist schon etwas länger her, und vielleicht verstehe ich im Kontext Wärmewende und Klimawandel hier auch das Prinzip der CO₂-Neutralität falsch, aber wenn ich die Reaktionsformel für die Verbrennung von Methan noch richtig zusammenkriege, dann gilt CH₄ + 2O₂ -> CO₂ + 2H₂O
Ich mein, CO₂ wirkt weniger stark aufs Klima (baut in der Atmosphäre aber deutlich langsamer wieder ab), aber CO₂-neutral ist die Verbrennung von Methan doch jetzt nicht. Wieso werden Methanheizungen also als CO₂-neutral bezeichnet?
Die prinzipielle Logik dahinter ist, dass das CO2, das freigesetzt wird, vorher durch Pflanzen der Atmosphäre entzogen wurde oder im Fall von Gülle ohnehin in die Atmosphäre entwichen wäre und somit in beiden Fällen keine “neuen” Emissionen verursacht werden. Das CO2 in den Pflanzen zu lassen und zusätzlich kein neues in die Atmosphäre zu bringen durch emissionsfreie statt emissionsneutrale Technologien wäre natürlich trotzdem wünschenswerter.
Aso eine Kindergartenlogik hab ich befürchtet. Dass Pflanzen Teil eines CO₂-Kreislaufs sind, dee durch die Verarbeitung der Pflanzen und Verbrennung des Methans verschoben wird, wird dabei genausowenig bedacht wie dass Gülle ein Nebenprodukt einer klimaschädlichen Tierlandwirtschaft ist und normalerweise auxh erstmal in der Erde gebunden und über viel längere Zeiträume freigesetzt würde.
Gut, bei Gülle ist das Blödsinn. Wenn ich aber wirklich jedes C des CH4 vorher in Pflanzen fixiert hatte, dann ist das schon neutral (es entsteht bei der Verbrennung exakt so viel CO2, wie ich vorher der Atmosphäre entzogen habe).
Es bleibt halt dumm, weil es energetisch super ineffizient im Vergleich zur bspw. Wärmepumpe mit Strom aus erneuerbaren Energien ist. Und weitere ungewollte negative Effekte hat (Flächenverbrauch, Überdüngung etc.).
Es geht um kurzfristige vs. langfristige CO2 Zyklen.
Wenn du mit Biomasse heizt, dann bleibt die CO2 Bilanz relativ konstant, weil du beim verbrennen der Biomasse quasi “gleichzeitig” (= kurzfristig) so viel CO2 frei setzt wie von Biomasse gebunden wird. Das gilt natürlich nur für einen nachhaltigen Kreislauf - also wo du nur so viel entnimmst wie auch wirklich nach wächst.
Bei fossilen Brennstoffen ist das ja CO2, dass so in der Form nie wieder freigesetzt worden wäre. Bzw. verbrauchen wir viel mehr Kohlenstoff/Energie als durch natürliche Prozesse wieder als fossile Masse gebunden wird. Deine CO2 Bilanz steigt also langfristig.
Genau so ne Nebelkerze wie eFuels. Aus der Ferne mit zugekniffenen Augen betrachtet sieht das nicht sofort wie eine total bescheuerte Idee aus (kann man sich oder anderen zumindest einreden), aber sobald man näher kommt… Ja, das CO₂ hat man nicht “neu” aus fossilen Brennstoffen erzeugt, sondern vorher aus der Atmosphäre entnommen (in der aber eh schon zu viel ist, was sich auch nicht ändert wenn man das entnommene gleich wieder reinbläst). Die Frage nach den Opportunitätskosten wird halt ignoriert, “grünen” Wasserstoff für eFuels könnte man besser in der Industrie verwenden, aufwendig rausgefiltertes CO₂ sollte man aus der Atmosphäre raushalten, statt Energie zum Rausfiltern aufwenden ist es effektiver Emissionen gleich zu vermeiden, anstatt Pflanzen anzubauen um sie zu verbrennen könnte man das Land für Solar-/Windenergie verwenden… Und wenn dann der Allgemeinheit auffällt das der als klimaneutral verkaufte Kram teuer ist wenn man ihn tatsächlich klimaneutral betreiben will dann kommt die freundliche Ölmafia und lockt mit ihrer billigeren “Alternative”.
Mein Chemieunterricht ist schon etwas länger her, und vielleicht verstehe ich im Kontext Wärmewende und Klimawandel hier auch das Prinzip der CO₂-Neutralität falsch, aber wenn ich die Reaktionsformel für die Verbrennung von Methan noch richtig zusammenkriege, dann gilt CH₄ + 2O₂ -> CO₂ + 2H₂O
Ich mein, CO₂ wirkt weniger stark aufs Klima (baut in der Atmosphäre aber deutlich langsamer wieder ab), aber CO₂-neutral ist die Verbrennung von Methan doch jetzt nicht. Wieso werden Methanheizungen also als CO₂-neutral bezeichnet?
Die prinzipielle Logik dahinter ist, dass das CO2, das freigesetzt wird, vorher durch Pflanzen der Atmosphäre entzogen wurde oder im Fall von Gülle ohnehin in die Atmosphäre entwichen wäre und somit in beiden Fällen keine “neuen” Emissionen verursacht werden. Das CO2 in den Pflanzen zu lassen und zusätzlich kein neues in die Atmosphäre zu bringen durch emissionsfreie statt emissionsneutrale Technologien wäre natürlich trotzdem wünschenswerter.
Aso eine Kindergartenlogik hab ich befürchtet. Dass Pflanzen Teil eines CO₂-Kreislaufs sind, dee durch die Verarbeitung der Pflanzen und Verbrennung des Methans verschoben wird, wird dabei genausowenig bedacht wie dass Gülle ein Nebenprodukt einer klimaschädlichen Tierlandwirtschaft ist und normalerweise auxh erstmal in der Erde gebunden und über viel längere Zeiträume freigesetzt würde.
Gut, bei Gülle ist das Blödsinn. Wenn ich aber wirklich jedes C des CH4 vorher in Pflanzen fixiert hatte, dann ist das schon neutral (es entsteht bei der Verbrennung exakt so viel CO2, wie ich vorher der Atmosphäre entzogen habe).
Es bleibt halt dumm, weil es energetisch super ineffizient im Vergleich zur bspw. Wärmepumpe mit Strom aus erneuerbaren Energien ist. Und weitere ungewollte negative Effekte hat (Flächenverbrauch, Überdüngung etc.).
Nach derselben Logik kann doch auch weiterhin Öl verbrennen: Das CO₂, dass ich da ausstoße, war auch mal in Form von Pflanzen gebunden …
Ja… Aber nein.
Es geht um kurzfristige vs. langfristige CO2 Zyklen.
Wenn du mit Biomasse heizt, dann bleibt die CO2 Bilanz relativ konstant, weil du beim verbrennen der Biomasse quasi “gleichzeitig” (= kurzfristig) so viel CO2 frei setzt wie von Biomasse gebunden wird. Das gilt natürlich nur für einen nachhaltigen Kreislauf - also wo du nur so viel entnimmst wie auch wirklich nach wächst.
Bei fossilen Brennstoffen ist das ja CO2, dass so in der Form nie wieder freigesetzt worden wäre. Bzw. verbrauchen wir viel mehr Kohlenstoff/Energie als durch natürliche Prozesse wieder als fossile Masse gebunden wird. Deine CO2 Bilanz steigt also langfristig.
Genau so ne Nebelkerze wie eFuels. Aus der Ferne mit zugekniffenen Augen betrachtet sieht das nicht sofort wie eine total bescheuerte Idee aus (kann man sich oder anderen zumindest einreden), aber sobald man näher kommt… Ja, das CO₂ hat man nicht “neu” aus fossilen Brennstoffen erzeugt, sondern vorher aus der Atmosphäre entnommen (in der aber eh schon zu viel ist, was sich auch nicht ändert wenn man das entnommene gleich wieder reinbläst). Die Frage nach den Opportunitätskosten wird halt ignoriert, “grünen” Wasserstoff für eFuels könnte man besser in der Industrie verwenden, aufwendig rausgefiltertes CO₂ sollte man aus der Atmosphäre raushalten, statt Energie zum Rausfiltern aufwenden ist es effektiver Emissionen gleich zu vermeiden, anstatt Pflanzen anzubauen um sie zu verbrennen könnte man das Land für Solar-/Windenergie verwenden… Und wenn dann der Allgemeinheit auffällt das der als klimaneutral verkaufte Kram teuer ist wenn man ihn tatsächlich klimaneutral betreiben will dann kommt die freundliche Ölmafia und lockt mit ihrer billigeren “Alternative”.