Betreuung im Seniorenheim, spielen mit geflüchteten Kindern oder Naturschutz: An einer Bremer Schule ist ehrenamtliches Engagement Teil des Unterrichts.

  • JensSpahnpasta@feddit.org
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    9 days ago

    Ich bin ja manchmal ein Logikmonster: Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist ja per Definition freiwillig. Wenn man das aber im Rahmen des Schulunterrichts mit Schulpflicht macht, ist es keine freiwillige Tätigkeit mehr. Das ist dann quasi die unfreiwillige Feuerwehr

    • kossa@feddit.org
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      8 days ago

      Ein Ehrenamt ist die Wahrnehmung eines öffentlichen Amtes oder einer gesellschaftlichen Aufgabe im Gemeinwohlinteresse ohne Einkunftserzielung, gegebenenfalls mit Möglichkeiten zum Erhalt einer Aufwandsentschädigung. Die Übernahme eines Ehrenamts ist in der Regel freiwillig.

      “in der Regel”. Die Schülys sind nun die berühmten Ausnahmen von der Regel. Die unfreiwillige Feuerwehr kann man praktischerweise auch in gefährlichere Einsätze schicken 🫡.

      Ich meine, als Übersicht wie man sich betätigen könnte, fände ich das gar nicht so verkehrt. Wenn man jetzt da überall mal durchrotiert ist das ja horizonterweiternd. Wenn man da ein Jahr ins Seniorenheim watscheln muss, nach drei Terminen merkt “das ist nicht mein Feld”, nicht wechseln kann und noch benotet wird…dann klingt das eher kontraproduktiv.

      • JensSpahnpasta@feddit.org
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        8 days ago

        Ich überlege gerade, was es alles an unfreiwilligem Ehrenamt gibt. Diese Verpflichtung zur freiwilligen Feuerwehr und die Wahlhelfer sind wirklich das einzige, was mir einfällt. Es gibt sicherlich Situationen, wo Leute mehr oder weniger stark genötigt werden, im Kaninchenzüchterverein den Kassenwart zu machen oder sich zum Elternsprecher wählen zu lassen, aber auch das ist ja doch freiwillig. Und sonst?

  • Toe@feddit.org
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    8 days ago

    So ähnlich sehe ich auf ein Pflichtjahr, wahlweise Wehrausbildung. Hier nennt es sich Wahlpflichtfach und ist in die Schulausbildung eingebunden. Zitat: “Lernen fürs Leben”.

    Mit Ausnahme des Zeitraums, des Alters (fehlende Volljährigkeit) und der fehlenden Wahlfreiheit zu Ausbildung an der Waffe, sehe ich kaum einen Unterschied. Nur der “Veranstalter” ist zusstzlich ein anderer (Kultusministerium anstatt Verteidigungsministerium).

    • CyberEggOP
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      8 days ago

      Das sind gewaltige Unterschiede. Von der Begleitung, über die Verantwortung, den zeitlichen Rahmen.

      Als Schulfach, das eine Stunde pro Woche einnimmt und in die grundlegende Ausbildung eingebunden ist, mit direkten und klaren Ansprechpartnern bei Problemen, nimmt es einen anderen Raum ein als ein ganzes Jahr, in dem man aufgrund des Zeitaufwands nicht in der Ausbildung oder dem Beruf, die man eigentlich anstrebt, fortschreiten kann.

      • Toe@feddit.org
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        8 days ago

        Wenn also hypothetisch das Kultusministerien in Deutschland die Pflichtschulzeit um 1 Jahr verlängern und den Dienst über Jahre verteilt zwischen anderen Unterrichtseinheiten verteilt, wäre es vergleichbar? Das wäre dann ein Teilzeitpflichtdienst.

        Ich sehe hier sehr viele Ähnlichkeiten zwischen dem damaligen Zivildienst, der Vollzeit abgeleistet wurde und der Alternative des Ersatzdienst über anerkannte ehrenamtlichen Arbeitsstunden z.B. beim bereits bestehenden ehrenamtlichen Engagement beim örtlichen Rettungsienst, Feuerwehr, usw. Bei wird dir Verantwortung entsprechend deiner Fähigkeiten für eine Tätigkeit übertragen und eine möglicherweise notwendige Einweisung durchgeführt.

        • CyberEggOP
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          8 days ago

          Nach deiner Logik bestünde der Schulunterricht aus einem verpflichtenden Teilzeit-Mathestudium, einem verpflichtenden Teilzeit-Germanistikstudium, einem verpflichtenden Teilzeit-Geschichtsstudium usw.

          • Toe@feddit.org
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            8 days ago

            Nein, der Unterricht wird strukturiert um verschiedene Fähigkeiten besser vermitteln zu können und Kinder mit den unterschiedlichen Themen bzw. Aspekten in Berührung zu bringen. Bestenfalls kann man sie dafür begeistern. Wenn wir Heranwachsenden beibringen möchten, dass soziales Engagement gewinnbringend ist, geht das nur über Erfahrung. Diese wird bestenfalls durch Vorleben als positives Beispiel im eigenen Umfeld und als Kind mit den Eltern gemacht.

            Wenn wir das über eine staatl. Institution beibringen möchten sehe ich jedoch keinen Unterschied darin, ob man diese Erfahrung in eine Pflichtunterricht macht oder über einen Pflichtdienst.

            • CyberEggOP
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              8 days ago

              Nein, der Unterricht wird strukturiert um verschiedene Fähigkeiten besser vermitteln zu können und Kinder Studierende mit den unterschiedlichen Themen bzw. Aspekten in Berührung zu bringen.

              Guck mal, funktioniert auch. Nur, dass die Informationsbeschafgung im Studium deutlich selbstständiger stattfindet.

              Ich finds wild, dass du keinen Unterschied zwischen einem Dienstjahr und der Integration einzelner Wochenstunden in den bestehenden Plan siehst, nur weil beides verpflichtend ist. Die Unterschiede habe ich dir aufgezählt, mach damit, was du willst. Ich bin kein Lehrer, deswegen werde ich jetzt nicht fünfzehn verschiedene Formulierungen und Beispiele durchgehen, bis du das verstehst.

              • Toe@feddit.org
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                8 days ago

                Wir schreiben hier im Kontext des Beitrags. Ich trenne die Methode von der zu investierenden Zeit. Das macht für die Person natürlich einen Unterschied.

                Grundsätzlich sehe ich den Benefit eines Pflichtdienst (!= Pflichtjahr) identisch mit den im Artikel genannten Vorteile des genannten Pflichtwahlfachs. Ist diese Parallele so schwer zu erkennen? Parallel bedeutet auch nicht identisch.

                Ich denke dennoch wir haben uns gegenseitig verstanden. :-)