Kein Bundesland macht es Cannabisclubs so schwer wie Bayern. Die ursprünglich acht Vereine kämpfen trotz Genehmigungen. Nicht nur in Oberfranken wurde offenbar umsonst investiert. Ein Rückblick auf den Kampf eines Vereins mit den Behörden.

  • homoludens@feddit.org
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    4 months ago

    Der Freistaat Bayern sieht das anders. “Das Justizministerium geht davon aus, dass die Cannabis-Freigabe zu einer Steigerung des Konsums und – trotz Eigenanbau und Anbauvereinigungen – zu einem Wachsen des Schwarzmarkts führen wird”, begründet das Gesundheitsministerium auf BR24-Anfrage und schiebt nach: Das Cannabisgesetz schade der inneren Sicherheit und mache Deutschland auch für die organisierte Kriminalität attraktiver.

    Für die Landesregierung stehen der Gesundheits- und Jugendschutz sowie die Suchtprävention in der Cannabis-Debatte an erster Stelle. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach (CSU) sagte bereits im Frühjahr, dass das Cannabisgesetz “ein schwerer Fehler” sei. Sie hält es für “abschaffungswürdig”.

    Ich bin mir relativ sicher, mal gehört zu haben, dass Gesetze von der Legislative (Parlament) verabschiedet werden und von der Exekutive (Ministerien und untergeordnete Behörden) eingehalten werden müssen.

    • SapphireSphinx@feddit.org
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      4 months ago

      Vor allem ist es mutwillig gegen alle Fakten.

      Die Dampfplauder-Ideologie der CSU:

      “Das Justizministerium geht davon aus, dass die Cannabis-Freigabe zu einer Steigerung des Konsums und – trotz Eigenanbau und Anbauvereinigungen – zu einem Wachsen des Schwarzmarkts führen wird”

      Die Fakten aus der vom Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit veröffentlichten Drogenaffinitätsstudie 2025:

      Im Vergleich zu 2023 gab es 2025 bei 12- bis 17-Jährigen keine signifikanten Veränderungen darin, Cannabis angeboten zu bekommen, der subjektiven Verfügbarkeit und dem Cannabiskonsum im Freundes- und Bekanntenkreis. Auch hinsichtlich der Verbreitung des Cannabiskonsums unter Jugendlichen gab es keine signifikanten kurzfristigen Veränderungen. In der aktuellen Erhebung von 2025 gaben signifikant mehr männliche (7,2 %) als weibliche (4,6 %) Jugendliche an, in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert zu haben. Langfristig zeichnet sich bei männlichen Jugendlichen seit 2019 sogar ein Rückgang im Konsum ab, während es bei den weiblichen Jugendlichen seit 2012 keine nennenswerten Veränderungen gab. Etwa jeder neunte (10,7 %) Jugendliche mit Cannabiskonsum in den letzten 12 Monaten wies 2025 einen problematischen Konsum auf.

      In der Altersgruppe der jungen Erwachsenen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren zeigten sich keine kurzfristigen Veränderungen darin, Cannabis angeboten zu bekommen, und im Konsum im Freundes- und Bekanntenkreis. Dagegen stieg die subjektive Verfügbarkeit von Cannabis von 31,4 % (2023) auf 39,2 % (2025). Bezüglich des eigenen Konsums gaben im Jahr 2025 mit 31,6 % mehr junge Männer als junge Frauen (18,8 %) an, in den letzten 12 Monaten Cannabis konsumiert zu haben. Bei den jungen Männern gab es im Vergleich zu 2023 (26,9 %) einen signifikanten Anstieg der 12-Monats-Prävalenz. Im langfristigen Trend setzte sich damit der Anstieg im Cannabiskonsum junger Männer fort, eine Entwicklung, die seit 2008 anhält und lediglich 2015 sowie 2023 unterbrochen wurde. Bei den jungen Frauen ließen sich dagegen nach einem deutlichen Anstieg zwischen 2015 und 2018 seit 2019 keine nennenswerten Veränderungen mehr beobachten. Bei etwa jedem achten (13,2 %) konsumierenden jungen Erwachsenen lag in 2025 ein problematischer Cannabiskonsum vor.

      https://www.bioeg.de/fileadmin/user_upload/Studien/PDF/DAS_2025_Cannabis-Bericht_fin.pdf

      Und was die 13,2% Erwachsene angeht, die ein problematisches Konsumverhalten zeigen, das ist nicht gut aber man muss das auch mal in Relation setzen. Bei Alkohol liegt der Anteil des problematischen Konsums wohl eher bei 33% (https://www.n-tv.de/ticker/RKI-Studie-Ein-Drittel-der-Deutschen-trinkt-gesundheitsschaedliche-Mengen-Alkohol-article26054053.html)

        • SeductiveTortoise@piefed.social
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          4 months ago

          Das, oder sie hassen als Hardcore-Alkoholiker einfach jede konkurrierende Freizeitdroge. Wenn sich ihr Oberaffe mal statt die Fresse mit Wurst zu stopfen, mit einem Tüttchen beleben würde, würde er vielleicht merken, dass es eigentlich ganz geil ist.

          Ich gehöre zu den Erwachsenen, deren Konsum sich nicht merklich verändert hat, die jetzt aber nicht mehr in die Illegalität gehen müssen. Eat shit, CSU.

          • SeductiveTortoise@piefed.social
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            4 months ago

            Arsch lecken, ich bau mir jetzt einen!

            Schönen Tag der deutschen Breitheit, euch allen 💖🥦

            Das hättste ich echt machen sollen, bevor ich in die Badewanne gegangen bin. Das wäre der Gipfel der Entspannung geworden 🤔

    • Muehe@lemmy.ml
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      4 months ago

      Jo fällt mir schwer das anders zu interpretieren als eine Erklärung des Bayrischen Gesundheitsministeriums ein Bundesgesetz unterlaufen zu wollen. Offene Verletzung von Artikel 31 GG mit Ansage. “Ja können wir leider nicht umsetzen dieses Bundesgesetz, Bebauungsplankonflikte…”

  • Paulemeister@feddit.org
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    4 months ago

    Die Form der Legalisierung ist aber auch so designed das es den Schwarzmarkt nicht vollkommen ausmerzt. Wenn man als Gelegenheitskiffer vielleicht im Schnitt einen Joint im Monat raucht muss man sich entweder die Mühe machen und selber anbauen oder direkt in einen Club eintragen (falls es einen in der Nähe gibt) und im Jahr 120€ an Mitgliedsbeiträgen zahlen. Einer der örtlichen Clubs rechnet mit 30 Gramm / Monat / Mitglied!?. Warum kann man nicht einfach an einer Abgabestelle Gras kaufen? Der Schutz einzelner Konsumenten mit Suchtverhalten ist definitiv machbar.

    • da_cow (she/her)@feddit.orgM
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      4 months ago

      Das ist auch genau der Grund, weswegen ich beim Schwarzmarkt bleibe (unabhängig davon, dass es in meiner Gegend NOCH (soll jetzt aber bald) keinen CSC gibt). Ich konsumieren im Monat vielleicht 1-1,5g. Das kann ich einfacher beim dealer kaufen, von dem ich sogar weiß, dass die das selber anbauen. Wieso sollte ich 10€ (oder mehr) im Monat für eine Mitgliedschaft zahlen und dann nochmal Geld pro Gramm. Das rechnet sich für mich nicht.

      • TanteRegenbogen@feddit.org
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        4 months ago

        Oder du machst es wie ich, du baust die drei Pflanzen an und wenn du drohst die 50g Grenze zu übersteigen, dann verschenkst du ein bisschen was zu Leuten für ihre Geburtstage.

          • TanteRegenbogen@feddit.org
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            4 months ago

            Wenns wieder wärmer wird langt ein Fensterbank und hochgezüchtete Autoflowersamen. Ich bekomme ca. 40 gramm pro Pflanze raus. Muss man nur aufpassen dass Luftfeuchtigkeit und Temperatur richtig sind.