Der anstehende Jobkahlschlag ist der Vorbote des drohenden Niedergangs bei VW: Viel zu lange haben es sich Belegschaft und Management von Deutschlands wichtigstem Konzern in alten Gewohnheiten bequem gemacht. Wolfsburg kĂ€mpft ums Überleben.

Das, was den Volkswagen-BeschĂ€ftigten in dieser Woche ins Intranet flatterte, war in vielerlei Hinsicht eine BankrotterklĂ€rung. In seltener Offenheit verkĂŒndete VW-Markenchef Thomas SchĂ€fer der Belegschaft eine unangenehme Botschaft: Die Marke Volkswagen ist mit den bisherigen Strukturen, Prozessen und hohen Kosten nicht mehr wettbewerbsfĂ€hig, hieß es da. Gleichzeitig kĂŒndigte er spĂŒrbare Einschnitte an: “Wir mĂŒssen ran an die kritischen Themen, auch beim Personal.”

Auch wenn noch nicht feststeht, wie viele Stellen genau wegfallen sollen, ob Altersteilzeit dabei eine Rolle spielen soll. und auch wenn Die Untergangsrhetorik des Managements natĂŒrlich auch Verhandlungstaktik im Machtpoker mit den Gewerkschaften ist: Es ist ein Tabubruch, den SchĂ€fer und sein Vorstandskollege Gunnar Kilan da verkĂŒndet haben. VW-Chef Oliver Blume, in Personalunion nebenbei noch Porsche-Chef, droht, die Axt an die Stammbelegschaft in Deutschland zu legen. Erstmals sollen bei Deutschlands wichtigstem Industriekonzern dauerhaft Stellen wegfallen.

Es ist das grĂ¶ĂŸte Sparprogramm in der Geschichte von Volkswagen. Zehn Milliarden Euro will der Konzern sparen, die Kosten um 20 Prozent drĂŒcken. Der Autoriese strebt den Radikalumbau an, weil es anders nicht mehr weitergeht. VW muss sich neu erfinden, oder untergehen. Schon vor einigen Tagen hatte SchĂ€fer laut “Handelsblatt” in einem internen Podcast Personalvorstand Gunnar Kilan selbst gesagt: “Wir sind zu langsam, zu trĂ€ge, zu kompliziert - das ist nicht ĂŒberlebensfĂ€hig.” Dass es so weit gekommen ist, hat viel damit zu tun, dass Management und Belegschaft zu lange die Augen vor unbequemen Wahrheiten verschlossen haben.

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Augen zu und durch war jahrelang auch das Motto des Managements. Viel zu lange hat es den Konzern weiter auf teure Premium-Modelle statt gĂŒnstige Einsteiger-E-Autos getrimmt. Und dabei einseitig nur auf die China-Karte gesetzt - ohne einen Plan B zu entwickeln fĂŒr die Zeit, wenn die Autobauer aus der Volksrepublik technologisch aufgeschlossen haben - und VW dort ĂŒberflĂŒssig machen. Nun ist diese Zeitenwende gekommen. Doch außer “VorwĂ€rts zum Sieg” kommt aus der Chefetage nicht viel.

“Es gibt fĂŒr uns kein Argument, warum wir nicht auf der gleichen Kostenbasis in China Fahrzeuge entwickeln und herstellen wie unsere chinesischen Wettbewerber”, beharrt Blume in der “FAZ” auf der China-Strategie. Die Konkurrenz aus den USA, Japan oder Frankreich sieht das anders. Sie kehrt der Volksrepublik lĂ€ngst den RĂŒcken.

VW dagegen setzt noch einen drauf. Und baut die inzwischen schicksalhafte AbhĂ€ngigkeit von China noch aus: Blume verlagert die Entwicklung neuer Elektroautos weg von Wolfsburg in die Volksrepublik. Ein eigenes Entwicklungszentrum dort soll kĂŒnftig losgelöst von der Zentrale fĂŒr den chinesischen Markt entscheiden.

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Das ist umso dramatischer, weil Oliver Blume ĂŒberhaupt nur deswegen VW-Chef wurde, weil es in China nicht lief - und er im vergangenen Herbst antrat, das zu Ă€ndern. Ein knappes Jahr spĂ€ter steht VW im Reich der Mitte genauso schwach da. Und alles was Blume bislang einfĂ€llt, ist zu Hause in Wolfsburg den Rotstift anzusetzen. Ob der Konzern an den Herausforderungen der Zeit zerbricht, hĂ€ngt davon ab, ob es Blume und seiner Kontrahentin Cavallo gelingt, alte Gewohnheiten abzulegen, in denen es sich die Verantwortlichen bei Volkswagen zu lange gemĂŒtlich gemacht haben.

  • rustyfish@lemmy.world
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    8 months ago

    Der Konzern ist zu teuer und hat die Wende zur ElektromobilitĂ€t zu lange verschlafen. WĂ€hrend in Wolfsburg ĂŒber Weihnachtsgeld und Werksauslastungen gezankt wurde, sind in den USA mit Tesla und vor allem in China neue Konkurrenten entstanden, die dem Autoriesen bei Stromern lĂ€ngst das Wasser reichen können. Trotz des Umbruchs bot der Autobauer seiner Belegschaft weiter VorzĂŒge, die noch aus den 1950er Jahren stammen: einen ĂŒppigen Haustarifvertrag, dessen Klauseln die Gewerkschaften mit ZĂ€hnen und Klauen verteidigten. Abgesichert durch die niedersĂ€chsischen MinisterprĂ€sidenten, die dank VW-Gesetz von der Seitenlinie mitregierten.

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    IG Metall und VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo pochen eisern auf die BeschĂ€ftigungsgarantie, die sie dem Management einst vor Jahren abgerungen haben: keine betriebsbedingten KĂŒndigungen bis 2029. Ganz so, als wĂŒrde die Autowelt sich weiter nur um die Wunschlisten deutscher GewerkschaftsfunktionĂ€re drehen - und wĂ€ren nicht schon Lichtjahre weiter. VW droht nun womöglich genau das, was das Wolfsburger System immer tunlichst zu vermeiden suchte: ein offener Konflikt zwischen Vorstand und Betriebsrat.

    Also haben sie den Umstieg auf E-Autos phÀnomenal versacksemmelt und die Gewerkschaften sind jetzt Schuld?

    Boah, ich werde es feiern sobald VW pleite ist.

    • llii@feddit.de
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      8 months ago

      Die sollten zuerst die Chefetage rausschmeißen, die die falschen Entscheidungen getroffen haben. Ohne Abfindung. Groß Knete verdienen, aber die Verantwortung mĂŒssen dann die anderen tragen.

    • letmesleep@feddit.de
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      8 months ago

      Also haben sie den Umstieg auf E-Autos phÀnomenal versacksemmelt und die Gewerkschaften sind jetzt Schuld?

      Die Hauptschuld liegt natĂŒrlich beim Management, aber ich glaube nicht, dass die Gewerkschaften und BetriebsrĂ€te hier unschuldig sind. Die BetriebsrĂ€te waren da ja auch in einige Skandale verwickelt und es ist leider auch realistisch, dass BetriebsrĂ€te und Gewerkschaften kein Interesse an der E-MobilitĂ€t haben. Dadurch fallen leider unweigerlich Jobs weg, weil die Motorenproduktion einfacher wird.

      Kurzfristiges Denken ist leider eine universielle menschliche Eigentschaft.

      • TiKa444@feddit.de
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        8 months ago

        Sicherlich ist die Sache nicht schwarz und weiß. Aber das Framing des Management, es liege an Arbeitnehmerrechten, ist böswillig falsch.

        Dem Betriebsrat kann man vorwerfen, dass sie keinen Druck gemacht haben, das Unternehmen zukunftsicher aufustellen. Ja, durch E-Autos fallen in der Theorie erstmal Jobs weg. Gleichzeitig verdient man mit E-Autos ja nicht plötzlich weniger Geld und könne deshalb weniger in die Belegschaft investieren. HĂ€tte VW die Wende frĂŒh genug begonnen, hĂ€tte man eine vernĂŒnftige Strategie ausarbeiten können, die das berĂŒcksichtigt. Umschulungen fĂŒr junge Mitarbeiter (eventuell Expansion um wegfallende Stellen auszugleichen) und eine im VerhĂ€ltnis schrumpfende Belegschaft wegen Ruhestand statt KĂŒndigung.

        Was ich damit sagen will. Der Konzern hats verbockt und dazu hat vermutlich auch der Betriebsrat einen Teil beigetragen. Das Management benennt jetzt aber unsinnige Feinbilder von Arbeitgebern, wie faire Bezahlung und Schutz gegen unwillkĂŒrliche KĂŒbdigungen, ect., die das Problem nicht verursacht haben, anstatt die Sache ernsthaft aufzuarbeiten.

        • letmesleep@feddit.de
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          8 months ago

          verdient man mit E-Autos ja nicht plötzlich weniger Geld und könne deshalb weniger in die Belegschaft investieren.

          Vermutlich schon. Es wird dadurch tendenziell Wertschöpfung an Zulieferer (Batteriehersteller etc.) ausgelagert und die bekommen dann auch ein grĂ¶ĂŸeres StĂŒck vom Gewinn. VW versucht da zwar gegenzuhalten, aber die Investitionen in Batteriefabriken verursachen erstmal vor allem Kosten. Dass das nicht 100% ohne Probleme fĂŒr die Belegschaft ablaufen wĂŒrde, war also immer klar.

          Ansonsten hast du aber Recht. Das ganze ist von einem Problem, dass man mit ein paar weniger tollen Tarifrunden und etwas Vorruhestand hÀtte lösen können zu einer echten Gefahr geworden.

          • TiKa444@feddit.de
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            8 months ago

            Vermutlich schon. Es wird dadurch tendenziell Wertschöpfung an Zulieferer (Batteriehersteller etc.) ausgelagert und die bekommen dann auch ein grĂ¶ĂŸeres StĂŒck vom Gewinn.

            Ich denke ehrlich gesagt, dass das Gegenteil der Fall ist. Einer der hervorstechendsten Unterschiede zwischen E-Auto und Verbrenner ist die Differenz der verbauten Teile. FĂŒr einen Verbrenner sind wesentlich mehr notwendig, was sich auch in der Zahl der Zulieferer niederschlĂ€gt. TatsĂ€chlich dĂŒrfte der Trend zu E-Autos fĂŒr die Zuliefererbranche deutlich verherrender sein, als fĂŒr die großen Autokonzerne (mit Ausnahme der Unternehmen, die ein paar Jahre vorgedacht und sich bereits auf das kommende eingestellt haben, aber hier sind wir wieder beim selben Thema).

            Zugegeben, die geringere QuantitĂ€t an Zulieferern Ă€ndert wenig daran, dass die Batterie im Augenblick einen deutlich grĂ¶ĂŸeren Anteil am Wert eines Autos hat, als sagen wir ein ĂŒbliches 6-Gang Getriebe. Trotzdem bezweifle ich, dass die Autohersteller hier mehr an externe Zulieferer abdrĂŒcken mĂŒssen, als zuvor. Zumindest nicht langfristig. Derzeit stehen sie womöglich wieder vor dem Problem, dass sie nicht rechtzeitig in die zugehörige Industrie investiert haben und kurzfristig VertrĂ€ge schließen mĂŒssen. Langfristig gehe ich allerdings davon aus, dass sie diesbezĂŒglich massiv kosten einsparen können, insbesondere wenn sie die Betteriefertigung selbst ĂŒbernehmen (was bei einigen großen Autoherstellern bereits der Fall ist und bei anderen wie VW zumindest im Aufbau).

            So oder so. Ein E-Auto ist im Kern deutlich weniger Komplex als ein Verbrenner. Der derzeitige Flaschenhals fĂŒr den Preis (die Akkuproduktion), war lange Zeit vor allem ein materialwissenschaftliches Problem, ist jetzt bor allem ein Skalierungsproblem und wird kĂŒnftig durch erwartbare Evolution in der Materialwissenschaft deutlich sinken. Das hat zur Folge, dass Autos bauen langfristig ein gutes StĂŒck gĂŒnstiger wird (auch wenn ich davon ĂŒberzeugt bin, dass ein möglicher Preisverfall zumindest teilweise durch noch teurere ZubehörverkĂ€ufe und Co abgebremst wird). FĂŒr die Autohersteller bedeutet das mehr Marge oder mehr Absatz. So oder so gut fĂŒr die Branche.

            Wenn VW jetzt Arbeiter entlassen muss, statt zu expandieren, dann zeigt das nur die Inkompetenz des Managements. Wenn man ein paar Jahre mehr vorplant, hĂ€tte man diese Entwicklungen voraussehen können und die Kosten fĂŒr die Wende wĂ€ren erheblich geringer gewesen. Diese Inkompetenz mĂŒssen jetzt die Arbeitnehmer und realistisch gesprochen der Staat und damit die BĂŒrger tragen.

            Dem Betriebsrat kann man wie ich bereits sagte vorwerfen, dass er ebenfalls nicht zu einer sinnvollen Ausrichtung des Unternehmens gedrĂ€ngt hat. Sie haben sicherlich ihren Teil dazu beigetragen, dass der Konzern notwendige Investitionen nicht rechtzeitig getĂ€tigt haben. Das sie jedoch vernĂŒnftige VertrĂ€ge und Arbeitnehmerrechte fĂŒr die Arbeitnehmer herausgeschlagen haben, hat mit dem Problem nichts zu tun.

            Im Kern bleibt ein inkompetentes Management, die die aktuelle Krise nutzen um ihrem ĂŒblichen Framing gegen Arbeitnehmerrechte Gewicht zu verleihen. Was natĂŒrlich auch bequemer ist, denn wenn man tatsĂ€chliche Fehler des Betriebsrates anspricht, dann klaffen da eben die eigenen deutlich grĂ¶ĂŸeren.

            • letmesleep@feddit.de
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              8 months ago

              Ja, da bringst du gute Argumente vor: Wenn es gut lÀuft können die Hersteller so eine Transformation durchaus zur vertikalen Integration nutzen.

    • FaulerFuffi@feddit.de
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      8 months ago

      Also wenn man jetzt alle Manager feuert und die Belegschaft so belÀsst, ist der Konzern wieder in Ordnung?

  • Nacktmull@lemm.ee
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    8 months ago

    Gut so, wer sich Jahrzehnte lang gegen dringend nötige Innovation sperrt und stattdessen im großen Stil bei den Diesel-Abgasen bescheißt, gehört zu recht aussortiert.

    • WallEx@feddit.de
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      8 months ago

      Gerettet werden sie doch eh am Ende, “wegen der ArbeitsplĂ€tze”

      • Nacktmull@lemm.ee
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        8 months ago

        Das befĂŒrchte ich auch, weil der Arm der Auto Lobby bis zur Schulter in den großen Parteien steckt. Der Bevölkerung wird dann wieder was von wegen “too big to fail”, “systemrelevant” und so weiter erzĂ€hlt.

        • WallEx@feddit.de
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          8 months ago

          WĂ€re ja nicht das erste Mal, das Konzerne “gerettet” werden, als letztes ja tui wĂ€hrend Corona. Was ist mit dem ganzen Geld wohl passiert 


      • MrMagnesium12@feddit.de
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        8 months ago

        Warum nicht das BĂŒrgergeld erhöhen und eine Transfergesellschaft fĂŒr die ehemaligen VW Mitarbeiter schaffen? Dann kann man VW ohne schlechtes Gewissen pleite gehen lassen.

    • Takios@feddit.de
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      8 months ago

      Seit dem Abgasskandal kommt VW fĂŒr mich einfach kategorisch nicht mehr in Frage. War davor schon eher abgeneigt weil wirklich jede Person aus meinem Umfeld die VW fĂ€hrt sich ĂŒber zu oft auftretende MĂ€ngel bei relativ jungen Fahrzeugen beschwert.

    • ormr@reddthat.com
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      8 months ago

      Warte schon seit dem Abgasbetrug darauf, dass die dt. Autoindustrie endlich mal aufs Maul fliegt.

    • Quittenbrot@feddit.de
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      8 months ago

      Naja. Man sollte sich schon noch ein zwei SĂ€tze gepfefferte Tirade zurechtlegen, sobald die Diskussion aufkommt, ob nicht der deutsche Steuerzahler den Konzern finanziell vom Baum abschneiden könnte


      • Diplomjodler@feddit.de
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        8 months ago

        HĂ€tte ja niemand vorhersehen können. Aber schon 2027 gibt es einen gĂŒnstigen Elektro-Kleinwagen.

          • crispy_kilt@feddit.de
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            8 months ago

            RĂ€der, Motor, Akku, Sitze, Windschutzscheibe sind optionale Extras. Windschutzscheibe nur im Premium Paket mit 27 Zonen Klima, KopfstĂŒtzentablets, Massagesitzen und persönlichem Chauffeur verfĂŒgbar. RĂ€der nur als Abonnement fĂŒr 99.99/Monat mit Onlinezwang.

  • x2XS2L0U@feddit.de
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    8 months ago

    sei VW

    habe mit dem up! ein kleines und sparsames Auto im Angebot, Verbrenner wie Elektro

    Liste der Vorbestellungen ist lang, Pflege- und Lieferdienste reißen sich um die Wagen

    Stelle den Wagen ein, obwohl id3 und co nicht fertig sind und viel zu teuer

    “Warum können wir keinen Gewinn haben
?”

      • Quittenbrot@feddit.de
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        8 months ago

        Keiner dieser Köpfe, wĂŒrde aber auf klassischen Tunnelblick durch Gier tippen.

        VW ist lange in China aktiv und mit dem Land “gewachsen”. Anfangs abgehalfterte, aufgehĂŒbschte Santanas, heute Dank steigendem Wohlstand immer weiter Richtung Premium. GĂŒnstige, kleine E-Autos können die Chinesen heute selber gut genug, aber bei Premium zieht vielleicht noch die europĂ€ische Karte. Also setzt man darauf, die eigentliche Entwicklung und den Rest der MĂ€rkte vollkommen ignorierend.

        • AggressivelyPassive@feddit.de
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          8 months ago

          Naja, es gab ja aber offensichtlich ein bereits fertiges, sehr beliebtes Produkt. NatĂŒrlich ist das nicht so profitabel wie ein Luxusauto, aber es ist ein Schritt in einen Markt, der ohne Frage kommen wird.

          • Quittenbrot@feddit.de
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            8 months ago

            Schon. Aber offenbar wird dort in der Leitungsetage nach diesem Halbsatz

            NatĂŒrlich ist das nicht so profitabel wie ein Luxusauto

            direkt aufgehört zu lesen.

            • Bibez@lemmy.ml
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              8 months ago

              Erinnerst dich an die Geschichte vor nem halben Jahr? VW lĂ€sst Ingenieure mit eigener Flugzeugflotte alleine aus Prestige-GrĂŒnden von Salzburg nach Wolfsburg pendeln? (Plus die Flugzeuge liefen die lĂ€ngste Zeit ĂŒber eine Briefkastenfirma auf den Cayman-Islands.)

              Mich wundert da gar nichts.

              • Quittenbrot@feddit.de
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                8 months ago

                Alles geht in Wellen, auch das Leben eines Konzerns/einer Industrie. Wir hatten mit unserer Autoindustrie ohnehin schon erstaunlich lange GlĂŒck, jetzt holen die selbstgemachten Fehler sie ein.

      • abertausend@feddit.de
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        8 months ago

        richtig viel Handarbeit

        Ja und?

        Es ist ja nicht so, dass Roboter- und Automatisierungstechnik kostenlos wÀren in Anschaffung und Betrieb. Ob das mehr oder weniger kostet als der Typ am Band? Das kann nur eine betriebswirtschaftliche Betrachtung dieser Arbeitsschritte zeigen.

        Ich verstehe nicht, wieso immer so getan wird als ob Personal automatisch teuer wÀre und (hochkomplexe, hochmoderne, fehleranfÀllige, stÀndig kaputte) Technik automatisch wahnsinnig billig.

  • Send_me_nude_girls@feddit.de
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    8 months ago

    Einfach Vater Staat um Geld anbetteln, so wie immer. Kommt halt die AbwrackprĂ€mie 2.0, Geld fĂŒrs Alte, Rabatt aufs E-Fahrzeug. Muss halt nur groß und ĂŒberzeugend angekĂŒndigt werden, dann fließen auch die Manager GehĂ€lter wieder weiter. Alte Leier eben.

    • unminded@feddit.de
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      8 months ago

      Kein Problem, wir zahlen dann alle gemeinsam die Rettungspakete ♄

  • Mopswasser@feddit.de
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    8 months ago

    Ich habe vor zehn Jahren in einem Forschungsprojekt zur ElektromobilitĂ€t in Flotten gearbeitet. Damals gab es in der Kompaktklasse neben Leaf/iOn/C-Zero (jeweils das gleiche Auto) nur den VW e-Up, den wir intensiv technisch, ökonomisch und sozialwissenschaftlich im Rahmen von Feldversuchen beforscht haben. Energieversorger und Flottenbetreiber hat das alles sehr interessiert. Wir wollten auch bei VW vorsprechen, hĂ€tten wir als öffentlich finanzierte Wissenschaftler natĂŒrlich fĂŒr umme gemacht und ihnen all unsere Erkenntnisse aufbereitet und zur VerfĂŒgung gestellt. Aber da hatte niemand Interesse irgendwas dazu zu hören. Ich behaupte jetzt nicht, dass uns der Vorstand mit der SĂ€nfte nach Wolfsburg hĂ€tte tragen sollen aber irgendwas hĂ€tte denen unsere Erkenntnis schon gebracht. Tja.

    • MrMakabar@slrpnk.net
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      17
      ·
      8 months ago

      Die Post hat 2014 Streetscooter augekauft, da sich alle deutschen Autobauer geweigert haben ihnen ein Ă€hnliches Fahrzeug zu bauen, ohne das die Post alle Risiken fĂŒr sie ĂŒbernimmt. Am Ende hat die Post 9000 von den Streetscooter gebaut, was schon eine gewisse Serienferigung darstellt.

    • olizet@lemmy.works
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      9
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      8 months ago

      Der e-Up war ein Renner und wurde VW aus den HĂ€nden gerissen. Produktion nicht rentabel? Dann baut das Ding halt in China.

      Der Absatz brach ein, nachdem der Preis auf beinahe ID.3-Niveau angehoben wurde. Und momentan verkaufen die nicht viel.

      Dabei war das echt ein guter Kleinwagen. Unglaublich effizient, selbst auf der Autobahn (ich konnte den von einem Kumpel mal fahren).

      • Mopswasser@feddit.de
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        15
        ·
        8 months ago

        Absolut, tolles Auto. Hindsight is 2020 aber VWs Strategie die letzten Jahre war einfach so erbĂ€rmlich. Wie jemand anderes hier schrieb, die hĂ€tten sich den heimischen Markt fĂŒr Kurzstrecken-Flotten (ambulante Pflegedienste, Kurierdienste, Restaurantlieferungen) auf ferne Zukunft hin sichern und mit einem konkurrenzlosen Service-Netz punkten können. Aber ne, man musste ja auf die wachsende chinesische Mittelschicht und deren Bock auf große Karren setzen.

      • RQG@lemmy.world
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        33
        ·
        8 months ago

        Aber es heißt nach meinem VerstĂ€ndnis, dass Geld da wĂ€re, das man investieren könnte um das zu Ă€ndern.

      • _edge
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        4
        ·
        8 months ago

        Der Gewinn erklÀrt vielleicht schon, dass man jedes Jahr so weiter macht. Wieso irgendetwas Àndern, wenn es doch lÀuft


  • Gojitas@feddit.de
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    8 months ago

    Letztes Jahr Herbert Diess entlassen, obwohl der scheinbar sehr bemĂŒht war in Richtung Zukunft zu Denken. Und jetzt gefĂŒhlt schlechter da zu stehen.

  • PreppaWuzz
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    8 months ago

    Schon scheiße, dass dem Management immer nur einfĂ€llt in der Produktion zu sparen, obwohl sie selbst die falschen Entscheidungen getroffen haben, die zu den den Problemen gefĂŒhrt haben.

    Und ich verstehe es auch echt nicht, der Konzern hat eine super Elektro-Plattform und die auch durchaus in einer ansehnlichen Produktpalette inzwischen. Nur an der Software mĂŒssen sie dringend arbeiten, wie eigentlich alle europĂ€ischen Hersteller, da ist ihnen Tesla meilenweit voraus. Aktuell bricht ihnen die dĂ€mliche deutsche Förder-Politik ein wenig das Genick, aber das war zu erwarten, und in China werden sie nix reißen, das Thema ist durch. Aber Europa und USA stehen ihnen offen, wenn sie nur mal auf Ihre Nutzer hören wĂŒrden, und die dringenden Probleme angehen wĂŒrden. Aber anscheinend ist meckern wie scheiße die Welt ist, und Leute rauswerfen das einzige, was das Management kann.

    Den Vorsprung, den die vor kurzem bei E-Antrieb unter den europÀischen Herstellern hatten, haben sie so langsam leider wieder verspielt.

    • cedeho@feddit.de
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      8 months ago

      Nur an der Software mĂŒssen sie dringend arbeiten, wie eigentlich alle europĂ€ischen Hersteller, da ist ihnen Tesla meilenweit voraus.

      Woran macht sich das bemerkbar?

      • FaulerFuffi@feddit.de
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        8 months ago

        Ich hatte nen 2021er Audi. Login im Auto, synchronisation mit dem Handy, Updates Installation, Standheizung ĂŒber App anmachen. All das machte regelmĂ€ĂŸig Probleme :(

        Jetzt hab ich nen elektro BMW, und es ist alles zuverlÀssiger. Tesla kA

      • bAZtARd@feddit.de
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        8 months ago

        Ich kann mich theoretisch mit der VW Cloud verbinden und online services ĂŒber mein Telefon verwenden. Hat nur bislang kein einziges mal funktioniert. Server Verbindung timeout. Aber Funktionen wie Android Auto freischalten ginge darĂŒber ohnehin nicht. Dazu musste ist in eine Werkstatt! Die mĂŒssen sich dann etwas schicken lassen um das freizuschalten.

        Das Auto hat auch eine Start-Stopp-Automatik. Es ist mehrfach passiert dass das Auto an einer Ampel aus ging. Aber nicht mehr an. Softwareproblem. SteuergerĂ€t muss getauscht werden. Ich wiederhole: ich muss in eine Werkstatt, die mĂŒssen Hardware tauschen und ich muss das bezahlen. Warum kann ich sowas nicht OTA kostenlos zuhause einspielen?

        DieStart-Stop-Aurtomatik kann man auch ausschalten. Aber wenn man das Auto neu startet ist sie wieder an. LĂ€sst sich auch nicht irgendwo in der Konfig einfach dauerhaft abschalten.

        Es ist einfach nur peinlich was die da ausliefern.

        • cedeho@feddit.de
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          8 months ago

          Bei VW habe ich das Debakel durchaus mitbekommen. Ich hatte meine Frage jetzt eher auf das “alle europĂ€ischen Hersteller” bezogen. Soweit ich das verstanden habe, ist Tesla doch nur bei dem Autopiloten weiter, auch wenn das ĂŒbertrieben gehyped wird und noch weit von (rechts)sicheren Betrieb entfernt ist?

      • PreppaWuzz
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        8 months ago

        An leider viel zu vielen Stellen.

        Im Tesla sieht die OberflĂ€che modern und erwachsen aus, im VW-Konzern alles eher bunt, grob und so ein bißchen Kindergarten.

        Bei Tesla drĂŒckst Du auf den Bildschirm und es reagiert sofort, bei der VW-Software braucht es eine Gedenksekunde.

        Es lÀsst sich beim Tesla deutlich mehr konfigurieren als bei VW, bspw. geht bei VW das Kriechen nicht abschalten, oder der Tempomat mit Schilderkennung lÀsst sich nicht mit zusÀtzlichem Offset einstellen.

        Im Tesla funktioniert vieles automatisch, da gehen Sitz- und Lenkradheizung automatisch an, der Automatik-Blinker mit Fahrspurerkennung ist saugut. Die Navigation mit Restreichweitenplanung und die Ladeplanung sind 1a, da braucht man nicht mehr selbst denken, das funktioniert einfach. Bei VW haut das mit der Restreichweite nicht annÀhernd so gut hin.

        Mit der Tesla-App hast Du fast immer den aktuellen Status, und wenn das Auto mal im Standby ist, dann dauert es halt mal 10-15 Sekunden, bei VW dauert es grundsĂ€tzlich mindestens 20-30 Sekunden bis die App aktualisiert hat, und wenns dumm lĂ€uft, wartet man auch schonmal eine Minute, besonders bei RĂŒckmeldungen, wenn man mal was remote steuern will. Und den Tesla kannst Du beinahe komplette aus der App steuern, bei VW gerade mal die Klimaanlage, das Laden und je nach Modell auch mal Fenster oder TĂŒren. Ich hatte auch noch keinen Ausfall der Tesla-App, die funktioniert einfach immer, bei VW ist das Ding alle paar Tage fĂŒr Minuten oder Stunden offline, weil die Server mal wieder nicht erreichbar sind.

        Bei Tesla bekommt man Updates bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag und da sind gerne auch mal neue Funktionen dabei. Bei VW gibt es im Moment hauptsĂ€chlich kleinere Updates des Infortainment-Systems, echte Verbesserungen sind wohl nicht zu erwarten, und wenn dann nur fĂŒr neuere Modelljahre. Altkunden gehen leer aus, Backports scheint fĂŒr VW ein Fremdwort zu sein.

        Man muss fair sein, einige Dinge sind im VW-Konzern auch besser. Die Schilderkennung funktioniert deutlich besser und der Abstandstempomat ist auch weniger zickig. Es piepst nicht wegen jedem Scheiß (wobei, was das angeht sind die Asiaten sogar noch schlimmer).

        Der Hauptvorteil von VW ist die Hardware, einem VW traue ich zu, auch nach 10 Jahren noch ĂŒbern TÜV zu kommen, wĂ€hrend ich bei Tesla den Lagern bspw. nicht ĂŒber den Weg traue, und Tesla geht leider den Weg, möglichst viel Hardware wegzuoptimieren, was Tesla fĂŒr mich inzwischen uninteressant macht. Und da liegt dann auch echt die Möglichkeit fĂŒr VW zu punkten, die Software können sie Ă€ndern, dann sind das Bomben-Fahrzeuge. Tesla kann zwar alles mögliche in Software updaten, aber die Hardware können sie nicht per OTA updaten.

    • Tschuuuls@feddit.de
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      8 months ago

      Und ist eben auch ziemlich doof wenn du deine ID Plattform absichtlich neutral/unspannend machst um ja nicht deinen anderen Marken den Rang abzulaufen. Wenn man dann nicht reagiert wenn die Konkurrenz bessere Fahrleistungen bietet etc.
      Man sollte einfach ne “dumme over the top” config im Angebot haben, auch wenn die meisten dann die kleinere kaufen und damit zufrieden sind. Muss jetzt ja nicht unbedingt FlĂŒgeltĂŒren haben und 1000PS aber man könnte sich ja bemĂŒhen.

      • PreppaWuzz
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        8 months ago

        Da bin ich jetzt nicht die Zielgruppe.

        Klar, der Bums im Tesla ist schon geil, das macht Spaß, aber die Fahrleistungen eines ID.3/ID.4 sind ausreichend.

        FĂŒr mich sind die Komfort-Funktionen das, was es ausmacht, und viel davon ist inzwischen in Software, das zeigt Tesla ja sehr gut. Nur dass Tesla leider zu viel versucht, Hardware wegzulassen und in Software zu ersetzen, was nicht immer gutgeht, bspw. bei den Parksensoren und in einigen Situationen auch beim Autopilot. Hier könnte VW deutlich mehr machen, aber sie kriegen es seit 2 Jahren einfach nicht gebacken, und man sieht auch zu wenig Fortschritt in der Software. Da hilft dann auch die beste Hardware nix, außer man versucht es ĂŒber den Preis, wie bspw. bei MG.

      • PreppaWuzz
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        8 months ago

        Es wird aber nicht beim Management gespart, wo man ohne große Verluste viel reißen könnte, sondern in der Produktion, wo eigentlich das Geld verdient wird.

  • albert180@feddit.de
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    8 months ago

    Blume ist ein Depp, Diess hat wenigstens auf E-Autos und eigene Software gesetzt. Blume hat die Software dann gleich mal wieder an die Zulieferer gegeben und bei E-Autos ist seitdem auch nichts spannendes mehr passiert

  • madcaesar@lemmy.world
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    8 months ago

    Every VW I’ve owned and worked on has been needlessly over engineered and complicated to the point that it’s a pain in the ass to do the most basic of maintenance.

    And the interior of a 2005 Jetta looks and feels exactly the same as a 2020 Jetta. Hard shitty plastic everywhere and complications under the hood.

    • TwoCubed@feddit.de
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      8 months ago

      Same can be said for most other German cars. It’s about time Germany started focussing on other Industries. The car industry has been dead for quite a while now. They wouldn’t exist without all the subventions they get shoved into their arses.

      • madcaesar@lemmy.world
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        8 months ago

        I don’t understand what happened. German cars used to be the gold standard. Lately they’ve been more invested in engineering mastrubation instead of actually making good cars.

        I wanted to replace the rear break pads on my 2010 Tiguan, a job that should take 45 min
 Got the wheel off only to find you need a special odb tool to release the fucking calipers
 How much money and effort was wasted on this bullshit?

  • _edge
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    8 months ago

    “VorwĂ€rts zum Sieg”